Wandern auf Mallorca – Esporles zum Chor de Jesus und der Ermita de Maristella

An diesem sonnigen Tag bekam ich den Auftrag, von Leonardus, einige Fotos von Esporles zu schiessen, das nordwestlich von Palma de Mallorca liegt. Die Fotos sollen die Angebote zu Immobilien in Esporles, bei Tierra Mallorca, optisch aufbessern.

Ich setze mich erst mal auf die Plaza, um dem regen Treiben zuzusehen. Es ist kurz vor zwölf Uhr, als ich durch den Ort laufe um gute Plätze für ein Foto zu finden. Da schweift mein Blick einen Berg hinauf und ich sehe eine weisse Statue dort oben stehen.

Anfang 1940 erstellt: Cor de Jesus von Esporles gesehen

parkplatz

Einfahrt zum Parkplatz

 

 

 

 

 

 

 

Nun, wenn ich schon da bin will ich mir diese genauer ansehen und den Ausblick von oben genießen. Von dort ist die Sicht auf Esporles sicher schön. Also mache ich mich auf den Weg und frage als erstes eine betagte Mallorquinerin, wo denn der Weg ist hoch zu diesem Punkt. Anfangs Katalan merkt sie schnell, dass ich dieser Sprache nicht mächtig bin und stellt auf Castellano um. Mir wird geraten auf der kleinen Bergstraße Carrer Costa de Son Trias hochzufahren. Nach gut 2 km erreicht man einen Parkplatz auf der rechten Seite, den man bis ganz hinten fahren kann. Von dort hat man schon einen Blick hoch zum Cor de Jesus, der riesengroß zu sein scheint.
Raus aus dem Auto und los gehts. Ich nehme den schnellen Wanderweg gleich am Parkplatz links hoch und rauf.
Nach wenigen Metern merke ich, dass dieser Weg vermutlich nicht der einfachste ist. Die Lungenflügel blähen sich immer weiter auf und der Atem wird spürbar lauter. Den Weg habe ich schlicht und einfach unterschätzt. Bei gut 35 Grad und strahlendem Sonnenschein habe ich Glück, dass die Baumgipfel und Äste weit in den Wanderweg hängen und fast den ganzen Weg Schatten spenden.

Ich gehe alleine und kein anderer Wanderer kommt an diesem Tag auf die Idee den gleichen Wanderpfad zu gehen. Während der Weg immer steiler wird und das Wasser aus all meinen Poren läuft, kommt mir schon in den Sinn, dass mich hier wohl bis zum Frühling niemand finden wird, wenn ich umkippe.
Zuerst würden wohl die Prozessionspinnerraupen ein Stelldichein im Februar veranstalten und im Mai die ersten Touristen auf mich stoßen. Nun ja ich bin noch jung an Jahren und die Gefahr gleich umzufallen bei meinem aktuellen Blutdruck ist nicht allzu hoch.

Nach gut 45 Minuten stehe ich vor der Ermita de Maristella, die verlassen da liegt. Ich umkreise sie, sehe aber nirgends die weisse Statue. Hmmmm, die ist doch riesengroß, wo ist sie nur abgeblieben. Ich durchquere eine Mauer und laufe wirr nach links und rechts, stolpere über Steine in einem alten Eichenwald und kann die Statue einfach nicht finden.

Ermita de Maristella

Die verlassene Ermita de Maristella

steinkreis mit markierung

Wegweiser am Boden der beachtetet werden sollte

 

 

 

 

 

 

 

Nach 30 Minuten breche ich entmutigt ab. Es ist mir wohl nicht vergönnt das Ziel der Wanderung zu finden. Ich gehe auf dem breiten Wanderpfad zurück und sehe ein Schild. Links Ermita und rechts Chor de Jesus, 150 m. Na, das muss es aber sein und so nehme ich den rechten Weg. Nach einer Weile bin ich überzeugt, dass 150 m längst vorbei sind, aber den Chor de Jesus habe ich wieder nicht gefunden. Madre de dios, nochmal. Ok, ich Mann, Tunnelblick, also umdrehen und nochmal zurück nach oben. Das darf doch wohl nicht wahr sein, er muss hier sein, ist riesengroß, weiß und ich sehe ihn nicht.
Vielleicht sollte ich doch meinen Blick mehr auf den Boden richten, man sieht den Wald ja vor lauter Bäumen nicht. Und plötzlich fällt mir ein ca. 2 m großer Steinkreis auf, der einen roten Pfeil aufweist. Und schau an… 50 m weiter habe ich mein Wanderziel erreicht und die Statue steht voller Pracht vor mir. Wie blind kann man eigentlich sein. Aber er ist wirklich trotz der Farbe und seiner Größe nicht zu sehen, obwohl ich mehrmals an ihm vorbeigelaufen bin. 45 Minuten zur Ermita hoch und weitere 45 Minuten, um den Cor de Jesus hinter den Bäumen zu entdecken. Das schafft nicht jeder.

Mächtig und imposant steht er vor mir. Vom Objektiv trotz Weitwinkel fast nicht ganz erfassbar in seiner Größe. Und es hat sich gelohnt. Der Blick auf Esporles ist gewaltig und die Fernsicht obendrein. Ich verbringe ne gute Stunde hier oben und versuche den einmaligen Augenblick zu erfassen mit meiner Kamera.

cor de jesus bei esporles

Die Christusstatue Cor de Jesus und rechts Esporles

Cor de Jesus

Imposante Erscheinung auf 800 m Höhe

 

 

 

 

 

 

 

esporles

Blick hinunter nach Esporles. Der Ort liegt eingebettet in einem Tal der Tramuntana

Statue des Cor de Jesus

Inschrift: Heiliges Herz Jesus das Volk von Esporlas vertraut auf Euch

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich sitze in der Sonne und genieße die letzten Stunden des Tageslichtes. Sehe auf die Uhr und die zeigt schon 18:30.
Da habe ich mich mächtig vertrödelt. Na, ich hab ja Zeit und was drängt mich schon. Oje, ich muss ja auch wieder nach unten. Adelante !

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